Zur Bedeutung des Bergbaues im Saalfeld-Kamsdorfe-Könitzer Erzfeld

Entlang einer nahezu west-östlich verlaufenden Linie, die von Gehren über Königsee, Rottenbach, Bad Blankenburg, Saalfeld, Goßwitz, Ranis, Oberoppurg nach Triptis und Weida verläuft, treffen zwei geologische Hauptstrukturelemente Thüringens aneinander: das Thüringer Becken nördlich und das Thüringische Schiefergebirge südlich davon. Die Saalfelder Region ist deshalb geologisch sehr vielgestaltig. Mit Ausnahme der Ablagerungen der Jura- und Kreidezeit sind Gesteine aus allen geologischen Zeitaltern anzutreffen. Es sind dies Tonschiefer, Grauwacken, Alaunschiefer, Knotenkalke und Quarzite im Schiefergebirge, allesamt während der variskischen Gebirgsbildung verfaltet und geschiefert, sowie Kalksteine, Schiefertone, Sandsteine, Dolomite und Gipse im Bereich des Thüringer Beckens, die überwiegend flach gelagert sind. Tertiäre und jüngere, vor allem eiszeitliche Hangschuttdecken und Flußschotter überlagern die Talflanken der größeren Flüsse in beiden Baueinheiten. Im Saalfelder Raum hat diese Vielfalt der anstehenden Gesteine immer Anlaß für ihren Abbau gegeben. Das gilt nicht allein für ihren Abbau als Baumaterial, sondern, weil in einigen dieser Gesteine Erze auftreten, auch für ihren Abbau als Metall- und Farbrohstoff. Insbesondere trifft das auf die Gesteinsschichten des Oberperm zu, die die Basisfolge des Thüringer Beckens bilden und die wegen ihres Erzinhaltes den bezeichnenden Namen "Zechstein" erhalten haben. Abgesehen von der Nutzung harter Gesteine für die Herstellung von Steinwerkzeugen läßt sich schon ab etwa 1500 v. u. Z. der Abbau von Erzen aus dem Saalfeld-Kamsdorfer Revier für die Bronzeproduktion als älteste Rohstoffgewinnung der Region nachweisen. Möglicherweise reicht auch das Goldwaschen in der Schwarza und ihren Nebenflüssen bis in diese Zeit zurück. Von allen Erzvorkommen im Umkreis von Saalfeld hatte das Erzfeld zwischen Saalfeld und Könitz über viele Jahrhunderte die größte Bedeutung, wenngleich der Abbau auch hier nicht ohne längere Unterbrechungen stattfand und zu verschiedenen Zeiten ganz unterschiedliche Rohstoffe Gegenstand des Bergbaues waren. Im Folgenden soll die Bedeutung des Saalfeld-Kamsdorf-Könitzer Bergreviers hinsichtlich der einzelnen Bergbauprodukte im regionalen, nationalen und übernationalen Rahmen abgeschätzt werden.

Großtagebau Kamsdorf

Er gehört zu den ältesten Bergbaugebieten Deutschlands. Wie Ausgrabungen bestätigen, liegen seine Anfänge bereits in der Spätbronzezeit. Im Jahre 1446 wird erstmals die Verleihung einer Grube ("Diebskasten") urkundlich erwähnt. 1540 ertönte das Berggeschrei, als auf dem zwischen Saalfeld und Kamsdorf gelegenen Roten Berg und etwas später auch in anderen Revierteilen silberhaltige Erze entdeckt wurden. Nach 1660 baute man vor allem Kupfer-, später auch Kobalt- und seit Ende des 18.Jahrhunderts verstärkt Eisenerz ab. 1962 wurde der untertätige Eisenerz- und 1964 der Schwerspatabbau eingestellt. 1963 wurde der Großtagebau Kamsdorf in Betrieb genommen. Abgebaut wurden eisenschüssige dolomitischer Kalksteine. Später wurden Schotter, Kalksteinsplitte, Asphaltmischgut und ab 1969 "Kohlensaurer Magnesiumkalk" hergestellt. Neben dem Düngekalk wird z.Z. auch Grauwacke gewonnen - für den Talsperrenbau in Leibis und im geringen Umfang Tonschiefer. Im Westteil des Tagebaues (allg. D-Stoß) ist bis 2003 Asche von einer Halde in Schwarza eingelagert worden. Die gegenwärtige Abbautätigkeit bezieht sich hauptsächlich auf dem Ostteil des Tagebaues.

Nachfolgend eine Mineralienübersicht des Kamsdorfer Revier´s. Unter Mineralfotos sind einige Mineralien aus Kamsdorf zu sehen.

diese Mineralienübersicht ist aus dem Heft Bergbaugeschichte, Geologie und Mineralien des Saalfeld-Kamsdorfer Bergreviers 19/1992; nach Herrn Fritz Rüger (Mitautor dieses Heftes) stellt sie nicht den aktuellen Stand dar - ich bringe die Übersicht dennoch (ist doch auch das Heft noch erhältlich) und werde es aktualisieren wenn etwas Neues kommt (natürlich wieder mit Quellenangabe). Aktualisiert am 16.09.2001 nach Angaben von Herrn D. Langhammer

Elemente
Oxide,Hydroxide
Sulfate
Kupfer
 
Cuprit
Baryt
Silber
 
Hämatit
Brochantit
Arsen
 
Partzit
Chalkanthit
Wismut
 
Quarz
Bieberit
 
Goethit
Gips
Sulfide
 
Psilomelan
Langit
Chalkosin
 
Asbolan
Devillin
Bornit
 
Tenorit
 
Antlerit
Argentit
 
Crednerit
 
Posnjakit
Sphalerit
 
Pyrolusit
 
Linarit
Chalkopyrit
 
Manganit
 
Anglesit
Tennantit
 
Lepidokrokit
 
Galenit
 
Bindheimit
 
Nickelin
 
 
Covellin
 
Carbonate
 
Phosphate,Arsenate
Fahlerz
 
Calcit
 
Olivenit
Pyrit
 
Siderit
 
Cuproadamin
Proustit
 
Dolomit
 
Erythrin
Tetraedrit
 
Ankerit
 
Annabergit
Cobaltit
 
Malachit
 
Symplesit
Freibergit
 
Azurit
 
Phaunouxit
Gersdorffit
 
Aragonit
 
Pikropharmakolith
Ullmannit
 
Strontianit
 
Pharmakolith
Millerit
 
Cerussit
 
Strashimirit
Markasit
 
 
Lavendulan
Safflorit
 
 
Tirolit
Rammelsbergit
 
 
Ganomatit
Skutterudit
 
 
Pharmakosiderit
Nickel-Skutterudit
 
 
Silikate
Bournonit
 
 
Halloysit
Antimonit
 
 
Chrysokoll
Pyrargyrit
 
 
Illit
Chloanthit
 
 
Organische Verbindung
Millerit
       
Djurleit
Asphaltit